Vorübergehende Schließung bis mindestens 20.12.2020

Im Rahmen der von Bund und Ländern beschlossenen Maßnahmen zur Ein­dämmung der Corona-Pandemie bleibt das Neue Museum Nürnberg bis mindestens 20.12.2020 ge­schlossen. Wir halten Sie hier auf un­serer Homepage sowie über unsere Seiten bei Instagram und Facebook auf dem Laufenden.

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Ausstellung
von 23.10.2020 bis 21.02.2021

Painterly

Von Warhol und Twombly bis heute – Malerei aus dem Museum Brandhorst

Grußbotschaft Staatsminister Bernd Sibler

Grußbotschaft von Staatsminister Bernd Sibler, Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, zum Start der Ausstellung.

Über die Ausstellung

Ab diesem Herbst präsentiert das Neue Museum Highlights aus den europa­weit einzigartigen Beständen des Museums Brandhorst in München. Unter den rund 40 Werken von 17 Künstler_innen dürfen die beiden Superstars der Sammlung natürlich nicht fehlen: Andy Warhol und Cy Twombly, die das Münchner Museum in einer unvergleichlichen Breite und Vielfalt vorstellen kann.

Painterly setzt mit Warhol und Twombly ein. Auf der einen Seite der kühle Erfin­der der Pop Art und Meister der Reproduktion vorgefundener mas­senkultureller Bilder. Auf der anderen Seite die expressiven Gesten Twomblys, deren nervöse Spontanität an groß­städti­sche Graffiti erinnert. Beide rücken die Frage nach dem Status der malerischen Geste und des malenden Subjekts in den Fokus. Denn letzt­lich weisen auch die Unregel­mäßigkeiten von Warhols Siebdrucken in diese Richtung. Allerdings mit einer für die Pop Art typischen Zersetzung der Vor­stel­lung eines sich selbst authentisch ausdrückenden Individuums, wie es der Abstrakte Expressionismus zuvor proklamiert hatte. Ob affirmativ oder kritisch, auch jüngere Künstler_innen problematisieren Themen wie Autor­schaft, Kapital, Produktion, Reprä­sen­tation, Macht und Geschlech­terver­hältnisse.

Kaum ein anderes Museum in Deutsch­land hat den Diskurs um die Gegenwart und Zukunft der Malerei so voran­ge­trie­ben wie das Museum Brandhorst. Dabei gilt ein besonderes Augenmerk der Frage, „… wie sich seit dem Beginn des Infor­mationszeitalters in den 1960er-Jahren die fortschrittlichsten Ansätze der Malerei in produktiver Reibung mit der Massenkultur und ihren medialen Bedingungen ent­wickel­ten“, so der Direktor Achim Hoch­dör­fer. 2015 stellte das Museum Brand­horst diese Sicht der jüngsten Malerei­geschichte unter dem Titel Painting 2.0 zur Diskussion. „Malerei im Informa­tions­zeitalter“ ist auch einer der Schwer­punkte der pointierten Werk­aus­wahl, die das Museum Brand­horst erstmalig in Nürnberg vorstellt. Denn das erneute Interesse an Malerei in den vergangenen Jahren fällt überra­schen­der­­weise mit der rasanten Ent­wick­­lung neuer digitaler Techno­logien zusam­men.

Trotz der tagtäglichen Flut an medialen Bildern und Informationen, verliert das altmodische Medium der Malerei kei­neswegs an Relevanz. Ganz im Gegen­teil, es kam in jüngster Zeit zu einer Transformation und Neubelebung des Leinwand­bildes, beispielweise in den Computerbildern von Albert Oehlen, den von Emojis übersäten Oberflächen Jacqueline Humphries’ oder den groß­formatigen, mit einem Tinten­strahl­drucker herge­stellten Werken von Wade Guyton.

Mit dem 2009 eröffneten Museum Brandhorst erhielt das Münchner Kunstareal um die drei Pinakotheken ein weiteres Zentrum der Gegen­warts­kunst. Hervor­gegangen ist das Museum aus der Sammlung von Anette und Udo Brandhorst.

Dank der 1993 gegründeten Brand­horst Stiftung verfügt das vom Freistaat Bayern betriebene Museum über einen großzügigen Ankaufsetat: Allein in den ersten zehn Jahren seit der Eröffnung wuchs die Sammlung um rund 500 auf 1.200 Werke.

Künstler_innen der Ausstellung

Monika Baer, Nicole Eisenman, Jana Euler, Wade Guyton, Guyton\Walker, Rachel Harrison, Jacqueline Humphries, KAYA (Kerstin Brätsch & Debo Eilers), Michael Krebber, Albert Oehlen, Seth Price, Ed Ruscha, Amy Sillman, Josh Smith, Sturtevant, Cy Twombly, Andy Warhol, Christopher Wool

Begleitheft zur Ausstellung

Das Begleitheft zur Ausstellung, das in der Ausstellung kostenlos ausliegt, können Sie hier als PDF online betrachten oder downloaden.