Abstrakte Kunst

beendet am
09
07
2000

Ausstellung

Die erste Ausstellung des Neuen Museums stellte unter dem Titel »Abstrakte Kunst« Werke der europäischen abstrakten Malerei und Skulptur seit den fünfziger Jahren bis heute vergleichend nebeneinander und machte in einer überschaubaren Künstlerauswahl die im Laufe der Zeit veränderten Umgangsweisen mit dem abstrakten Formenschatz sichtbar.

Abstrakte Kunst war niemals nur ein Stil in der Kunst des 20. Jahrhunderts, sondern ist zugleich ein allseits verstandener Inbegriff für moderne Kunst schlechthin. "Abstrakte Kunst" ist damit keine stilbegrifflich sortierende Ausstellung, sondern eine historische Betrachtung zur jüngsten Kunstgeschichte.

Eine erste Gruppe bildeten diejenigen Künstler, die in den vierziger und fünfziger Jahren ein abstraktes Vokabular entwickelten. Werke von Lucio Fontana, Ernst Wilhelm Nay, Rupprecht Geiger, Hans Hartung, Serge Polikakoff, Hans Uhlmann, Constant und Jean-Paul Riopelle zeigen, wie die abstrakten Formen anhand von Kriterien wie Raum, Licht, Pinselstrich, Fläche, Farbe, Form und Farbauftrag formuliert worden sind.

Eine zweite Gruppe mit Werken von Sigmar Polke, Günther Förg, Franz West, Martin Kippenberger, Daniel Richter und Rupprecht Matthies zeigte die unterschiedlichen und sich verändernden Rezeptionsweisen dieses Formvokabulars seit den sechziger Jahren. Diesmal geht es nicht um das Erfinden von neuen Formen. Künstler greifen auf den vorhandenen Formenschatz zurück. Ironisch distanziert machen sie die Kunst selbst zum Thema.

Bei einer jüngeren Generation mischt sich das Zitieren wieder mit einem auf Sinn spekulierenden Umgang mit abstrakten Motiven. Mit diesen Beiträgen aus den neunziger Jahren wurde erst sichtbar, dass ausgehend von den abstrakten Tendenzen der fünfziger Jahre eine künstlerische Tradition vorhanden ist.