Mit der Ausstellung Intellectual Co-operation zeigt das Neue Museum die erste museale Einzelausstellung der polnisch-britischen Künstlerin Goshka Macuga (geb. 1967) in Deutschland. In ihrem facettenreichen Werk kreiert die Künstlerin Netzwerke zwischen Orten und Zeiten, Personen und Erzählungen. Bekannt ist sie für ihre vielseitige Arbeitsweise, die bis in kuratorische und erzählerische Felder hineinreicht. Collagen, Skulpturen, Spiegelarbeiten, Wandteppiche und Installationen bieten in der Ausstellung einen breitgefächerten Einblick in Macugas Œuvre.
Raumgreifende skulpturale Arbeiten aus der seit 2015 entstehenden Serie International Institute of Intellectual Co-operation geben der Ausstellung ihren Titel. Die molekular anmutenden Verknüpfungen großer Denker beziehen sich auf eine gleichnamige Initiative, die in den 1920er Jahren den Austausch zwischen Intellektuellen der Zeit aufbauen wollte. Macuga ermöglicht in ihrem „Institut“ losgelöst von Zeit und Raum fiktive Gespräche. Nicht nur in dieser Werkgruppe, sondern in Macugas Werk im Allgemeinen, spielt Kooperation eine entscheidende Rolle. So ist auch für das Nürnberger Ausstellungsprojekt die Zusammenarbeit zwischen Neuem Museum und Germanischem Nationalmuseum zentral: Macugas sich mit dem Ende der Menschheit beschäftigende Arbeit Before the Beginning and After the End (2016, mit Patrick Tresset) wird zur Bühne für Objekte aus den Sammlungen der beiden Häuser.
Weitere bedeutende Werkgruppen, wie die der Wandteppiche, sind ebenfalls Teil der Ausstellung: Die Arbeit Death of Marxism, Women of All Lands Unite (2013) beschäftigt sich neben den politischen Implikationen des Marxismus und Feminismus auch mit der voyeuristischen Bildwelt des Fotografen Miroslav Tichý. Der Bezug zu aktuellen Debatten über Sexismus in Zeiten von #MeToo ermöglicht neue Perspektiven auf das Werk.
Goshka Macugas Auseinandersetzung mit der Geschichte der Menschheit, einzelner Persönlichkeiten, insbesondere des 20. Jahrhunderts, und dem Posthumanismus sowie die daraus entstehenden thematischen Netzwerke sind die Basis der gezeigten Arbeiten und eröffnen Räume für diese Intellectual Co-operation.
Parallel zur Ausstellung ist im Lichthof des Germanischen Nationalmuseums
(Kartäusergasse 1, 90402 Nürnberg) die Installation International Institute of Intellectual Co-operation, Configuration 5, 2015 von Goshka Macuga zu sehen.
Das Begleitheft zur Ausstellung, das Sie beim Besuch der Ausstellung kostenlos erhalten, können Sie hier als PDF online betrachten oder downloaden.
Eine Kooperation des Neuen Museums mit dem Germanischen Nationalmuseum