Wieder-Öffnung ab 12. Mai 2020!

Seit Dienstag, den 12. Mai 2020 hat das Neue Museum wieder für Besu­cher­_in­nen geöffnet. Wir freuen uns sehr, Sie wieder persönlich bei uns begrüßen zu können!

Zum Schutz vor Covid-19 haben wir die staatlichen Vorgaben umgesetzt und zahlreiche Vorkehrungen getroffen. Bitte informieren Sie sich über die not­wendig gewordenen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen für einen mög­lichst sicheren Museums­auf­enthalt.

Wir bedanken uns für Ihre Unter­stüt­zung und freuen uns auf Ihren Besuch.


Sammlung
von 02.12.2016 bis 30.04.2017

Joachim Bandau. Ophelia und das Mannequin

Frühe Skulpturen 1967-1974

Sammlungspräsentation

Ophelia und das Mannequin
Joachim Bandau
Frühe Skulpturen 1967-1974

Joachim Bandau (geb. 1936) hat in den späten 1960er und frühen 1970er Jahren mit seinen Polyester-Plastiken das Menschenbild einer kritischen Neuformulierung unterzogen: "Der Mensch erscheint reduziert auf eine Kombination beliebig austauschbarer, totaler Kontrolle unterworfener Funktionsträger, als ein Monstrum, dessen Verkümmerung in den Plastiken zwar noch erkennbar bleibt, das jedoch in der kühlen, spiegelnd sauberen Glätte
der farbigen Oberflächen weitgehend entschärft erscheint...", schrieb der Kunstkritiker Jürgen Morschel 1972.

In Bandaus Plastiken artikuliert sich die zeittypische, doch zugleich auch aktuelle Sorge um die Zukunft von Selbstbestimmung, Demokratie und Humanität. Der Künstler schuf eindrucksvolle Zerrbilder einer Gesellschaft, die in seinen Augen unaufhaltsam auf "1984" zusteuerte, auf die Perfektionierung von Unterdrückung, Manipulation und Entfremdung unter technischen Vorzeichen.

Die Gefährdung des Menschen und seiner Freiheit findet bei Bandau Ausdruck in einer versehrten, verstümmelten und monströs mutierten Figuration. Mit Vorliebe zersägte der Künstler Schaufensterpuppen. Ein Unterleib oder eine Brustpartie, symmetrisch auseinandergeklappt und mit glasfaserverstärktem Polyester überformt, ergab so manchen oberen Abschluss von Bandaus Plastiken.

Aus dieser frühen Werkphase, die Joachim Bandau den künstlerischen Durchbruch brachte, besitzt der Künstler noch rund fünfzig, teils lebensgroße Skulpturen, die er dem Neuen Museum als Legat zukommen lässt. Das Museum, das mit den Grusinischen Tänzern von 1971 bereits ein Hauptwerk des Künstlers aus dieser Phase besitzt, erfährt eine immense Bereicherung seiner Sammlung. In fünf Räumen des Obergeschosses (darunter die Fassadenräume) findet das Defilee des Bandau'schen Monstrositätenkabinetts eine geeignete Bühne. Mit dieser großen Sammlungspräsentation ehrt das Museum den Künstler, der am 18. April 2016 seinen 80. Geburtstag beging.