Wieder-Öffnung ab 12. Mai 2020!

Seit Dienstag, den 12. Mai 2020 hat das Neue Museum wieder für Besu­cher­_in­nen geöffnet. Wir freuen uns sehr, Sie wieder persönlich bei uns begrüßen zu können!

Zum Schutz vor Covid-19 haben wir die staatlichen Vorgaben umgesetzt und zahlreiche Vorkehrungen getroffen. Bitte informieren Sie sich über die not­wendig gewordenen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen für einen mög­lichst sicheren Museums­auf­enthalt.

Wir bedanken uns für Ihre Unter­stüt­zung und freuen uns auf Ihren Besuch.


Konzert

Lubomyr Melnyk & Rauelsson

Konzert der Reihe "Across"

Konzert

Lubomyr Melnyk

Der kanadische Pianist Lubomyr Melnyk (geboren 1948 als Kind ukrainischer Emigranten in München, aufgewachsen in Winnipeg, Manitoba, Kanada), der auch als „Franz Liszt der Moderne" bezeichnet wird, ist einer der faszinierendsten Soundkünstler unserer Zeit und Mystiker in einer Person. Melnyk entwickelte eine Spieltechnik, die er „continuous music" nennt und die auf einer physisch/mentalen Methode beruht, Töne und Notenabfolgen in einer unglaublichen Schnelligkeit und Dauer zu spielen, die schwindelerregend ist. Manche behaupten er wäre der schnellste Pianist der Welt.

Melnyk transzendiert die Musik mittels extrem beschleunigter Arpeggios und nutzt die Pedale zum Erzeugen von Obertönen und Resonanzen. Hypnotische Interferenzen und endlose Wiederholungen entführen die Zuhörer.

Seine Musik lebt vom Livecharakter. Konzertbesucher berichten oft, Trompeten, Hörner oder ganze Streichorchester während seiner Auftritte aus dem Klavier gehört zu haben. Ein Spiel, bei dem die Seele ins Transzendente abzugleiten scheint und das Hier und Jetzt auf mystische Art überwindet.

Von Ansatz und Wirkung lässt sich Melnyk in einer minimalistischen Tradition mit Künstlern wie LaMonte Young, Terry Riley, Steve Reich und Philip Glass verorten.

Im April 2013 erschien Melnyks erste Veröffentlichung auf Erased Tapes. Das Album trägt den Namen Corollaries, wurde von Peter Broderick produziert und mit Unterstützung von Nils Frahm und Martyn Heyne in Berlin aufgenommen.

Die Zeit war reif, um Melnyks musikalisches Oeuvre wieder zugänglich zu machen. Ob des neu erwachten Interesses soll der Meister denn auch verwundert gefragt haben: „Where were you guys when I was thirty?"

 

RAUELSSON

Rauelsson ist vielleicht die schönste Entdeckung des Frühherbstes und beinahe mag man sich die kalten Wintertage herbeisehnen um in Ruhe diese Platte zu genießen.

Dabei ist der Spanier Raúl Pastor Medall (aka Rauelsson) eigentlich kein Unbekannter. Zusammen mit Peter Broderick veröffentlichte er auf Hush Records das Album Réplica und noch zwei weitere und ein paar EPs alleine. Das ganze im weitesten Sinne unter dem Deckmäntelchen elegischer Folk mit spanischem Gesang. Doch Vora ist anders. Hier verzichtet Rauelsson beinahe gänzlich auf Gesang, einzig ein leises Flüstern aus der Fernen taucht ab und an auf. Und so erinnert die Platte, dann auch eher an die frühen Werke eines Ólafur Arnalds. Traurige und zugleich hoffnungsvolle Klaviermelodien durchziehen die Songs, begleitet von pluggernder Elektronik und ab und an knarzenden Geigen. Rauelssons neues Album Vora lässt an jeder Ecke Offenheit und Raum für Geräusche – jeder Klaviertastenanschlag scheint nicht nur einen Ton hervorzubringen, sondern gleichbedeutend auch die Geräusche der Klangerzeugung in den Fokus zu rücken- eine Art des Aufnehmens, wie man es sonst auch von Nils Frahm kennt. Ein Klavier ist mehr als die Töne, die es erzeugen soll. Da wundert es dann auch nicht, dass der gerade erwähnte Nils Frahm bei Aufnahme und Mix seine Finger mit im Spiel hatte.

Irgendwo zwischen Kopfkino und Neoklassik und der Sehnsucht nach weiten, einsamen Landschaften pendeln diese Songs und wenn bei Split dann der Bass einsetzt erscheint selbst die Tanzfläche für einen kurzen Moment nicht mehr unerreichbar weit. Man möchte bitten dieses Stück so laut wie möglich zu hören, um vollkommen einzutauchen in diesen warmen, raumfüllenden Bass. Immer wenn die Songs drohen abzukippen und gar zu elegisch zu werden, dem Kitsch nahe kommen, dann werden sie aufgefangen von ihrem ganz eigenen Knarzen und Knacken. Vora ist im Juni bei Sonic Pieces, einem kleinen Berliner Label erschienen, dass sich ganz der Musik verschrieben hat, wo jeder Tonträger noch in ein ganz besonderes Textilgewand gesteckt wird und in limitierter Auflage erscheint.

(Quelle: bedroom disco)

 

Informationen auch unter www.e-werk.de

Karten an allen bekannten Vorverkaufsstellen (12 Euro zzgl. Gebühren) und an der Abendkasse (15 Euro)

Beginn: 21 Uhr, Einlass: 20:30 Uhr

Kooperation

Eine Kooperation des Neuen Museums und des Kulturzentrums E-Werk, Erlangen