Ausstellung
ab 16.04.2020 bis 30.08.2020

Staab Architekten

Kontext

Die Ausstellung in den Fassaden­räu­men des Museums zeigt den tief­grei­fen­den Ein­fluss des Kontextes auf das Werk von Staab Architekten. An den gebauten und geplanten Projekten aus 29 Jahren werden unterschiedliche Facetten des Begriffes „Kontext“ deut­lich, die weit über die übliche Defi­nition als unmittelbare physische Um­gebung des Projektes hinausgehen.

Anhand von Bildern, Modellen und Animationen zeigen Staab Architekten exem­pla­risch, wie vielfältig die Ein­flüs­se sein können, die sie für die Kon­zep­tion und Gestaltung ihrer Projek­te heranziehen.

Gesellschaftliche Fragen und Aspekte der menschlichen Wahrnehmung kom­men ebenso zum Tragen wie ge­schicht­liche Besonderheiten und die Frage nach der Zukunft des Gebäudes. Diese nicht selten widersprüchlichen Be­zugs­ebenen des Ortes werden analysiert und gewichtet, um sie schließlich in einem intuitiven Abwägungsprozess in eine im besten Falle zeitlose, überraschend präzise räum­liche Idee zu überführen.

Ausgangspunkt der Betrachtungen ist der siegreiche Entwurf für das Neue Mu­seum Nürnberg. Mit diesem Wett­bewerbsbeitrag begann 1991 nicht nur die Ge­schichte des radikal zeit­ge­nös­si­schen Kunstmuseums inmitten der Nürnberger Altstadt, sondern auch das eigene Architektur­büro von Volker Staab, das in­zwi­schen zu den erfolg­reichs­ten Büros Deutschlands zählt. Öffentliche Bauten für Kunst, For­schung und Bildung sind bis heute die Hauptaufgaben von Staab Archi­tek­ten. Besonders deutlich wird die Heran­ge­hensweise des Büros bei Bauten in sensiblen Stadt- und Land­schafts­räu­men und bei Umbauten und Neu­inter­preta­tionen von denkmal­geschützten Gebäuden. Hier zeigt sich, wie die Architekten die komplexen Beding­ungen von Architektur zu einer ein­fa­chen, nur an diesem Ort plausiblen Gestalt verdichten. Die Konzen­tration auf das Wesentliche steht im Mittel­punkt und wird mit dem konzep­tionellen Einsatz von Form, Material und Farbe bis ins Detail verfolgt.

Mit der Ausstellung in Nürnberg be­spie­len die Architekten die sechs Fassaden­räume des Museums in un­ge­wohnter Form. Eine transparente Bildebene ver­än­dert abhängig von Tageszeit und Witterung die Wirkung der prägenden Sicht­achsen und Blick­bezüge im Gebäude und trans­formiert die offenen Raum­be­reiche in lichte Kojen. Diese Intervention macht nicht nur den Außenbezug des Museums zu dem davorliegenden Platz deutlich, sondern spielt auch mit der Grundidee des Gebäudes, hinter der Glasfassade die aufgeschnittenen Museumsräume sichtbar werden zu lassen.