Vorübergehende Schließung des Neuen Museums

Aufgrund der dynamischen Verbreitung des Corona-Virus hat die Bayerische Staatsregierung angeordnet, die staat­lichen Museen und Sammlungen vor­übergehend zu schließen. Das Neue Museum Nürnberg hat daher ab dem 14. März 2020 bis zunächst ein­schließ­lich 19. April 2020 geschlossen.

Wir bedanken uns für Ihr Verständnis.


Ausstellung
ab 23.10.2020

Painterly

Von Warhol und Twombly bis heute – Malerei aus dem Museum Brandhorst

Zum 20-jährigen Bestehen des Neuen Museums darf sich das Haus auf ein be­sonders prominentes Gastspiel freu­en: Highlights aus den europaweit einzig­arti­gen Sammlungsbeständen des Museums Brandhorst. Unter den rund 50 Werken von 16 Künstlerinnen und Künstlern dürfen die beiden Super­stars der Sammlung natürlich nicht fehlen: Andy Warhol und Cy Twombly, die das Münchner Museum in einer un­ver­gleichlichen Breite und Vielfalt vor­stellen kann.

Painterly setzt mit Andy Warhol und Cy Twombly ein. Auf der einen Seite der küh­le Erfinder der Pop-Art und Meister der Reproduktion vorgefundener Bil­der. Auf der anderen Seite die ex­pres­siven Gesten Twomblys, deren nervöse Spon­tani­tät an großstädtische Graffiti erinnern. Beide Maler wurden nicht nur im gleichen Jahr (1928) geboren, son­dern kannten und schätzten sich gegen­seitig. Bei allen Unter­schieden verbin­det ihre Werke die Ausein­ander­setzung mit zeitgenössischer Mas­senkultur.

Ein besonderes Augenmerk der Aus­wahl gilt Warhols Beschäftigung mit Abstrak­tion, die sich in klarer Abgren­zung zu den Abstrakten Expres­sio­nis­ten vollzog. Zu den Shadow Paintings der späten 1970er Jahre, düsteren und verführerischen Darstellungen von Schatten nicht definierbarer Gegen­stän­de, die die für Warhol so rele­vante „Entleerung der Zeichen“ auf die Spitze treiben, treten Beispiele der Camouflage Paintings und der Ror­schach-Bilder, die expressionistisch-gestische Malerei ironisieren.

Kaum ein anderes Museum in Deutsch­land hat den Diskurs um die Gegenwart und Zukunft der Malerei so voran­ge­trie­ben wie das Museum Brandhorst in München. Dabei gilt ein besonderes Interesse der Frage, „… wie sich seit dem Beginn des Informa­tions­zeitalters in den 1960er Jahren die fort­schritt­lich­sten Ansätze der Malerei in produktiver Reibung mit der Massen­kultur und ihren medialen Bedingungen ent­wickel­ten.“ (Achim Hochdörfer) 2015 stellte das Museum Brandhorst diese Sicht der jüngsten Malereigeschichte unter dem Titel Painting 2.0 zur Diskussion. „Malerei im Informationszeitalter“ ist auch der Faden, der sich durch die pointierte Werkauswahl zieht, die das Museum Brandhorst erstmalig in Nürnberg vorstellt.

Das erneute Interesse an der Malerei in den vergangenen Jahren fällt über­ra­schen­der­weise mit der rasanten Ent­wicklung neuer digitaler Technologien zusammen. Trotz der Flut an medialen Bildern und Informationen, die tag­täg­lich auf uns einströmen, verliert das altmodische Medium der Malerei kei­neswegs an Rele­vanz. Ganz im Gegen­teil, es kam in jüngster Zeit zu einer Transformation und Neubelebung des Leinwandbildes: beispielweise in den Computerbildern von Albert Oehlen, den von Emojis über­säten Oberflächen Jacqueline Humphries‘ bis hin zu den großformatigen, mit einem Tinten­strahl­drucker hergestellten Werken von Wade Guyton.

Mit dem 2009 eröffneten Museum Brand­horst erhielt das Münchner Kunstareal um die drei Pinakotheken ein weiteres Zentrum der Gegenwarts­kunst. Hervor­ge­gangen ist das Museum aus der Sammlung von Anette und Udo Brandhorst, deren gemeinsame Lei­den­schaft für zeitgenössische Kunst in den frühen 1970er Jahren in Köln einsetzte.

1993 wurde die Udo und Anette Brandhorst Stiftung zur Förderung der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts gegründet, an die das Paar seine Sammlung sowie Vermögenswerte für Neuankäufe überschrieben hat. Im Rahmen einer dauerhaft angelegten Zusammenarbeit baute und betreibt der Freistaat Bayern das Museum Brandhorst, das im Mai 2019 sein zehntes Jubiläum feierte.

Dank der Brandhorst Stiftung verfügt das Museum Brandhorst über einen großzügigen Ankaufsetat: Allein in den ersten zehn Jahren seit der Eröffnung wuchs die Sammlung von 700 auf über 1.200 Werke. Heute ist sie eine der wichtigsten Museumssammlungen für Gegenwartskunst in Europa mit zahlreichen bedeutenden Werken von Künstler_innen wie Andy Warhol, Cy Twombly, Bruce Nauman, Cady Noland oder Wolfgang Tillmans.

Künstler_innen der Ausstellung

Monika Baer, Nicole Eisenman, Wade Guyton, Rachel Harrison, Jacqueline Humphries, KAYA (Kerstin Brätsch & Debo Eilers), Michael Krebber, Albert Oehlen, Seth Price, Ed Ruscha, Amy Sillman, Josh Smith, Sturtevant, Cy Twombly, Kelley Walker, Andy Warhol.