vORÜBERGEHEND GESCHLOSSEN

Leider lässt die 7-Tage-Inzidenz in Nürnberg derzeit keine Wiederöffnung zu. Gern begrüßen wir Sie bei unseren digitalen Angeboten der Kunstvermittlung. Außerdem sind wir auf Instagram und Facebook für Sie da. Regelmäßig informiert Sie auch unser Newsletter.


Foyer-Ausstellung
ab 25.06.2021 bis 26.09.2021

Art Attack!

50 Jahre Kunst im öffentlichen Raum Nürnberg

Im zweiten Halbjahr 2021 stellt das mehrteilige Projekt Symposion Urbanum Nürnberg die Kunst im öffentlichen Raum in den Fokus. Anlass ist die Erinnerung an das nahezu legendäre Bildhauertreffen Symposion Urbanum Nürnberg von 1971, das auch im Abstand von 50 Jahren aufgrund seiner Internationalität, seines engagierten Charakters und seines in die Zukunft gerichteten Blicks beeindruckt.

29 Skulpturen von 30 überwiegend jungen Künstlern oder Künstlergruppen aus Argentinien, Deutschland, Österreich, Italien, Spanien, Polen, Israel und Japan wurden damals mittels privater und städtischer Finanzierung für verschiedene Orte im Stadtraum geschaffen und dort aufgestellt, 24 dieser Werke sind heute noch präsent. Die Aufbruchsstimmung, die Nürnberg 1971 im Zuge der Feierlichkeiten zu Albrecht Dürers 500. Geburtstag erfasste, spiegelt sich auch in diesem ehrgeizigen und mutigen Projekt wider, das zudem eines der ersten Bildhauer-Symposien im urbanen Raum war. Befeuert durch die Presse wurde das Projekt innerhalb der Stadtgesellschaft heftig und kontrovers diskutiert, die Auseinandersetzungen reichten bis hin zur Beschädigung und sogar Zerstörung von Skulpturen.

An diese Ereignisse und begleitenden Umstände erinnert das vom Beirat für Bildende Kunst initiierte, vom Baureferat der Stadt Nürnberg getragene und in Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Nürnberg im KunstKulturQuartier und dem Neuen Museum Nürnberg entwickelte Projekt Symposion Urbanum Nürnberg, das zwei Ausstellungen, eine Tagung, eine Publikation und ein umfangreiches Führungs- und Vermittlungsprogramm umfasst.

Die Ausstellung Art Attack! 50 Jahre Kunst im öffentlichen Raum Nürnberg im Foyer des Neuen Museums setzt den Schwerpunkt auf die Rezeptionsgeschichte des Symposion Urbanum Nürnberg von 1971. Sie beleuchtet Argumente und Ursachen der rasch auflodernden hitzigen Debatten in Nürnberg und zeigt, dass die optimistische und teils missionarische Motivation der Veranstalter, die Kunst der Gegenwart in den unmittelbaren Alltag der Menschen zu bringen, teils schweren Anfeindungen ausgesetzt war.

Ein halbes Jahrhundert nach den ersten Gehversuchen von Kunst im öffentlichen Raum fragt die Ausstellung auch nach den Hintergründen der Reaktionen von Bürgerinnen und Bürgern und möchte darauf blicken, welchen Stellenwert Kunst in der Gesellschaft einnehmen kann. Art Attack! will damalige kritische und befürwortende Stimmen aufzeigen, Mechanismen der öffentlichen Diskussion verdeutlichen und über eine multimediale Aufbereitung des Themas – von historischen Fotos bis hin zur vom Vandalismus gezeichneten Originalskulptur – zu einem produktiv geführten Dialog über Kunst im öffentlichen Raum heute anregen.

Parallel betrachtet die Ausstellung In Situ? Über Kunst im öffentlichen Raum in der Kunsthalle Nürnberg das Nürnberger Symposion von 1971 im Kontext der damaligen gesellschaftlichen und künstlerischen Aufbruchsstimmung und zeigt, wie nah Nürnberg damals am Puls der Zeit war. Das Projekt von 1971 kann als wegweisendes Bindeglied zwischen den im ländlichen Raum organisierten Bildhauersymposien und den Großausstellungen im städtischen Raum gelten, die einige Jahre später folgten, wie die Skulptur Projekte Münster (erstmals 1977) oder der Skulpturenboulevard in Berlin (1981). Sie stellt darüber hinaus exemplarisch Entwicklungen der Kunst im öffentlichen Raum von den 1970er Jahren bis in die Gegenwart vor.

Die Ausstellungseröffnungen am 24. Juni begleitet eine internationale Tagung, bei der aktuelle Themen der urbanen Entwicklung wie Digitalisierung, Dekolo­niali­sie­rung, Mobilität und Klimaschutz für die heterogene Stadtgesellschaft von morgen diskutiert werden.

Eine digitale Präsentation ergänzt diese Projekte mit einem Stadtplan und Informationen zu den Kunstwerken im öffentlichen Raum der Stadt Nürnberg und ermöglicht eine unabhängige und individuelle Auseinandersetzung mit den Skulpturen und Themen.

Ein umfangreiches Führungs- und Veranstaltungsangebot wird den Bogen zwischen den noch präsenten Skulpturen von 1971 und aktuellen Werken im öffentlichen Raum der Stadt spannen.