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Ausstellung
von 24.06.2022 bis 09.10.2022

Evelyn Hofer meets Richard Lindner

Die Fotografin und der Maler in New York

Anlässlich des 100. Geburtstags der Fotografin Evelyn Hofer, der „berühmtesten ‚unbekannten‘ Fotografin Amerikas“ (Hilton Kramer), sowie des 120. Geburtstags des Malers Richard Lindner widmet das Neue Museum Nürnberg der Künstlerin und dem Künstler eine gemeinsame Ausstellung. 100 Fotos von Evelyn Hofer, überwiegend „street photography“, stehen im Mittelpunkt der Schau.

Hofer und Lindner verbindet das Schicksal der Emigration. Sie lernen sich in New York kennen, wohin die damals als Modefotografin arbeitende Hofer 1946 zieht und schon bald zum Freundeskreis des ebenfalls aus Deutschland stammenden Künstlers zählt. Hofer und Lindner erleben den Moloch anfangs aus einer gewis­sen Distanz – Lindner spricht von der Perspektive eines „Touristen“ und Hofer beschreibt New York bei ihrer Ankunft als „unmenschliche Stadt“, der sie das alte Europa stets vorziehen wird. Dadurch schärft sich beider Blick für die Wider­sprüche wie Reize New Yorks.

Die Ausstellung stellt Evelyn Hofer und Richard Lindner als zwei sehr individuelle Künstlerpersönlichkeiten vor, die in unterschiedlichen Medien arbeiten. Dennoch kommt es durch die gemeinsame Erfahrung der Metropole, die in den 1950er- und 1960er-Jahren Paris den Rang als Weltkunsthauptstadt abläuft, zu motivischen Überschnei­dungen, die reizvolle Gegenüberstellungen und Vergleiche ermög­li­chen. Die Großstadtikonografie der multiethnischen Bevölkerung, der Sky­scraper und Straßenschluchten und der lauten Werbebotschaften in Gestalt von Neon­schriften und Billboards findet sich sowohl in den Fotos Hofers als auch in den Gemälden, Grafiken und Zeichnungen Lindners.

Hofers und Lindners Großstadtbilder bilden den großen Rahmen der Ausstellung. „In New York ist jeder ein Selbstdarsteller“, bemerkt Richard Lindner, „die Stadt ist eine gigantische Bühne, vierundzwanzig Stunden täglich.“ Die Fotos von Evelyn Hofer widmen sich dieser Bühne und den Szenen, die sich darauf ereignen. Der Großteil dieser Aufnahmen stammt aus den Jahren 1963 bis 1965, als die Fotografin an dem Band New York Proclaimed (1965) arbeitet.

Den Endpunkt der Ausstellung bilden altmeisterlich anmutende Stilllebenfotos, die „wie gemalt“ aussehen. Evelyn Hofer, die angesichts einer Postkarte mit einem Stillleben von Zurbarán gesagt haben soll: „It’s really a shame that photography was invented“ („Es ist eine Schande, dass die Fotografie erfunden wurde“), erweist in dieser noch in New York realisierten Serie der Malerei Reverenz.

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit The Estate of Evelyn Hofer und Galerie m, Bochum.

Film: Bericht auf BR24

Einen Bericht zur Ausstellung auf BR24 vom 26. Juni 2022 finden Sie unter diesem Link.

 

 

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