Elke Haarer (*1969) malt auf Leinwände oder direkt auf Wände und Fenstergläser.
Elke Haarer, Le Rouge et le Noir, 2026 (Modellansicht) | Foto: Lukas Pürmayr © Elke Haarer
Elke Haarer (*1969) beweist in der Fassadenzone des Neuen Museums, was Farbe kann. Auf Architektur und Räume zu antworten, gehört zu den Stärken der Künstlerin. Ihre diagonal geteilten Farbfelder in Schwarz und Rot, in den Ecken gespiegelt, vermessen die Räume. In der Gesamtansicht vom Platz entsteht ein rautenförmiges Muster, das nur einmal farblich gebrochen wird. Die winklige Struktur der Fassadenräume wird gleichzeitig offengelegt und überspielt. Elke Haarers Intervention lädt dazu ein, Volker Staabs Architektur neu zu entdecken.
Der Titel ist einem berühmten französischen Roman des 19. Jahrhunderts entlehnt, Stendhals Rot und Schwarz (1830), verweist jedoch nicht nur auf dessen Handlung. Elke Haarers Drama beruht auf dem Kontrast starker Farben und einer radikalen Komposition und knüpft damit an die nahezu geometrische Konstruktion des Romans an.