Vorübergehende Schließung des Neuen Museums

Aufgrund der dynamischen Verbreitung des Corona-Virus hat die Bayerische Staatsregierung angeordnet, die staat­lichen Museen und Sammlungen vor­übergehend zu schließen. Das Neue Museum Nürnberg hat daher ab dem 14. März 2020 bis zunächst ein­schließ­lich 19. April 2020 geschlossen.

Wir bedanken uns für Ihr Verständnis.


Presseinfo

Painterly

Von Warhol und Twombly bis heute – Malerei aus dem Museum Brandhorst

Zum 20-jährigen Bestehen des Neuen Museums darf sich das Haus auf ein beson­ders prominentes Gastspiel freuen: Highlights aus den europaweit einzigartigen Sammlungsbeständen des Museums Brandhorst. Unter den rund 50 Werken von 16 Künstlerinnen und Künstlern dürfen die beiden Superstars der Sammlung natürlich nicht fehlen: Andy Warhol und Cy Twombly, die das Münchner Museum in einer unvergleichlichen Breite und Vielfalt vorstellen kann.

Painterly setzt mit Andy Warhol und Cy Twombly ein. Auf der einen Seite der kühle Erfinder der Pop-Art und Meister der Reproduktion vorgefundener Bilder. Auf der anderen Seite die expressiven Gesten Twomblys, deren nervöse Spon­tanität an großstädtische Graffiti erinnern. Beide Maler wurden nicht nur im glei­chen Jahr (1928) geboren, sondern kannten und schätzten sich gegenseitig. Bei allen Unterschieden verbindet ihre Werke die Auseinandersetzung mit zeit­ge­nös­si­scher Massenkultur.

Ein besonderes Augenmerk der Auswahl gilt Warhols Beschäftigung mit Abstrak­tion, die sich in klarer Abgrenzung zu den Abstrakten Expressionisten vollzog. Zu den Shadow Paintings der späten 1970er Jahre, düsteren und verführerischen Dar­stellungen von Schatten nicht definierbarer Gegenstände, die die für Warhol so relevante „Entleerung der Zeichen“ auf die Spitze treiben, treten Beispiele der Camouflage Paintings und der Rorschach-Bilder, die expressionistisch-gestische Malerei ironisieren.

Kaum ein anderes Museum in Deutschland hat den Diskurs um die Gegenwart und Zukunft der Malerei so vorangetrieben wie das Museum Brandhorst in Mün­chen. Dabei gilt ein besonderes Interesse der Frage, „… wie sich seit dem Beginn des Informationszeitalters in den 1960er Jahren die fortschrittlichsten Ansätze der Malerei in produktiver Reibung mit der Massenkultur und ihren medialen Be­ding­ungen entwickelten.“ (Achim Hochdörfer) 2015 stellte das Museum Brandhorst diese Sicht der jüngsten Malereigeschichte unter dem Titel Painting 2.0 zur Dis­kussion. „Malerei im Informationszeitalter“ ist auch der Faden, der sich durch die pointierte Werkauswahl zieht, die das Museum Brandhorst erstmalig in Nürnberg vorstellt.

Das erneute Interesse an der Malerei in den vergangenen Jahren fällt über­raschen­derweise mit der rasanten Entwicklung neuer digitaler Technologien zusammen. Trotz der Flut an medialen Bildern und Informationen, die tagtäglich auf uns ein­strö­men, verliert das altmodische Medium der Malerei keineswegs an Relevanz. Ganz im Gegenteil, es kam in jüngster Zeit zu einer Transformation und Neu­bele­bung des Leinwandbildes: beispielweise in den Computerbildern von Albert Oehlen, den von Emojis übersäten Oberflächen Jacqueline Humphries‘ bis hin zu den großformatigen, mit einem Tintenstrahldrucker hergestellten Werken von Wade Guyton.

Mit dem 2009 eröffneten Museum Brandhorst erhielt das Münchner Kunstareal um die drei Pinakotheken ein weiteres Zentrum der Gegenwartskunst. Hervor­ge­gangen ist das Museum aus der Sammlung von Anette und Udo Brandhorst, de­ren gemeinsame Leidenschaft für zeitgenössische Kunst in den frühen 1970er Jah­ren in Köln einsetzte.

1993 wurde die Udo und Anette Brandhorst Stiftung zur Förderung der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts gegründet, an die das Paar seine Sammlung sowie Vermögenswerte für Neuankäufe überschrieben hat. Im Rahmen einer dauerhaft angelegten Zusammenarbeit baute und betreibt der Freistaat Bayern das Museum Brandhorst, das im Mai 2019 sein zehntes Jubiläum feierte.

Dank der Brandhorst Stiftung verfügt das Museum Brandhorst über einen großzügigen Ankaufsetat: Allein in den ersten zehn Jahren seit der Eröffnung wuchs die Sammlung von 700 auf über 1.200 Werke. Heute ist sie eine der wichtigsten Museumssammlungen für Gegenwartskunst in Europa mit zahlreichen bedeutenden Werken von Künstler_innen wie Andy Warhol, Cy Twombly, Bruce Nauman, Cady Noland oder Wolfgang Tillmans.

Künstler_innen der Ausstellung

Monika Baer, Nicole Eisenman, Wade Guyton, Rachel Harrison, Jacqueline Humphries, KAYA (Kerstin Brätsch & Debo Eilers), Michael Krebber, Albert Oehlen, Seth Price, Ed Ruscha, Amy Sillman, Josh Smith, Sturtevant, Cy Twombly, Kelley Walker, Andy Warhol.

Laufzeit

ab 23. Oktober 2020