Sammlung
ab 27.09.2019

Diet Sayler

Der Zufall lügt nicht

Am 15. Dezember 2019 feiert Diet Say­ler seinen 80. Geburtstag. Das Neue Muse­um nimmt dies zum Anlass, um den Künstler, der 2018 mit dem Großen Kultur­preis der Stadt Nürnberg ausge­zeichnet wurde, in zwei Räumen mit einer poin­tierten Werkauswahl aus rund 50 Jahren zu würdigen. Geboren wurde Diet Sayler 1939 in Timişoara, dem Zentrum des Banats. Ende der 1960er Jahre herrschte in Rumänien vorübergehend kulturelles Tauwetter. Damals trat der junge Künstler mit anderen Neoavantgarde-Künstlern erstmals öffentlich in Erscheinung. Seine Kunst war damals noch explizit konstruktivistisch. 1972 kehrte der Künstler dem autoritären Staat Ceau­șes­cus den Rücken und emigrierte nach Deutschland. An der hiesigen Akade­mie der Bildenden Künste lehrte er von 1992 bis 2005 als Professor. Mit seiner Ausstellungsreihe „konkret“ stellte Sayler von 1980 bis 1990 die verschie­denen Spielarten der konkreten und konstruktiven Kunst vor und machte Nürnberg zu einer heimlichen Haup­tstadt dieser Strömungen.

Diet Sayler darf selbst einer der wich­tigs­ten konkreten Künstler Europas ge­nannt werden. Unabhängigkeit von al­len künstlerischen und intellektuellen Moden zeichnet den Künstler bis heute aus. Da er unter einer Diktatur zu lei­den hatte, ist für Diet Sayler Kunst ohne Freiheit undenkbar. Und dies im gesellschaftlichen wie im künst­leri­schen Sinne. Der Künstler zählt des­halb zu den unorthodoxen Vertre­tern der konkreten Zunft. Der Zufall bedeu­tet ihm eine Versicherung gegen­über der Lüge, wie sie jede Verabsolutierung eines Systems mit sich bringt.