Ausstellung
von 23.05.2014 bis 06.07.2014

ILYR. Ein Buchprojekt im Raum

Foyer-Ausstellung

Ein Strich oder ein Punkt haben nicht unbedingt ein bestimmtes Wort zur Folge. Aber sie könnten zu einem inspirieren. Ein bestimmtes Wort hat keine Farbe – und doch ... erzeugt es zuweilen ein Bild. Ist jener Satz vielleicht grau? Und kann dieser Anblick eines Gesichts oder eines Kleidungsstücks nicht zu einem Satz werden, der Charakter hat?

Wie komplex kreative Abläufe tatsächlich sind, erschließt sich meist erst am Gegenstand. So stellt sich beispielsweise die Frage, ob Schriftsteller und Dichter Illustratoren inspirieren – oder nicht auch mal umgekehrt. Denn: Wer ist hier der Autor? Wer malt mit Sprache? Und wer schreibt mit Bildern? Und überhaupt: Wie werden aus Bildern Geschichten? Und wie werden aus Geschichten Bilder? Von solch wechselseitiger Einflussnahme handelt ILYR, ein Projekt von Marina Friedrich und Asuka Grün. Die beiden Illustratorinnen haben für ihre prämierte Abschlussarbeit an der TH Nürnberg zehn Text-Autorinnen und -Autoren eingeladen, sich auf ein Experiment einzulassen.

Das Prinzip klingt wie ein Spiel: Eine Illustratorin schickt einem Autor ein Bild, der schreibt etwas, und schickt seinen Text weiter zur anderen Illustratorin, die daraufhin ein Bild entwickelt und es wiederum einem Autor zukommen lässt. Und: Niemand weiß von den Ergebnissen
der anderen. ILYR vereint als Buchwerk zahlreiche Illustrationen und Texte, die sich auf mehreren Ebenen aufeinander beziehen und dennoch ganz eigen sind.

Jetzt entsteht daraus eine Ausstellung: Eine Installation polyphoner Eindrücke, sicher auch eine Inspiration in Bildern und Texten, die Einblick geben will in kreative Prozesse. Die zeigt, wie Ideen entstehen, erahnen lässt, was sich wie zwischen Medien und Menschen bewegt, und mit Gedankensprüngen verblüfft.

Ausstellung im Oberen Foyer des Neuen Museums.
Der Eintritt ist frei.

Kooperation

Eine Ausstellung der Fakultät Design der TH Nürnberg
Konzeption: Prof. Christine Albert, Prof. Dr. Max Ackermann, Prof. Dr. Christoph Schaden

Eine Kooperation des Neuen Museums mit der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm