Presseinfo

Out Of Order

Werke aus der Sammlung Haubrok. Teil 2

Das Sammlerpaar Barbara und Axel Haubrok wurde vom Neuen Museum einge­laden, eine sehr persönliche Präsentation für den großen Ausstellungssaal zu erarbeiten. Nach Abschluss des ersten Ausstellungsteils am 6. Januar 2020 präsentiert das Neue Museum nach einer kurzen Umbauphase ab 17. Januar 2020 den zweiten Teil der Ausstellung Out of Order.

Zur Eröffnung am Donnerstag, den 16. Januar 2020 um 19 Uhr ist das Sammler­paar Barbara und Axel Haubrok persönlich anwesend. Bereits um 18 Uhr wird im Vorfeld der Eröffnungsfeier die Performance The Lightning and Its Flash (Solo for Conductor) von Ari Benjamin Meyers aufgeführt. Anstelle eines Orchesters wen­det sich dabei der Dirigent dem Ausstellungspublikum zu. Das 37-minütige Werk ereignet sich in der Interaktion, die Musik erklingt dabei lediglich in der Vorstel­lung.

Um die neunzig Werke von abermals circa 50 Künstler_innen lenken das Augen­merk dieses Mal auf eine der Kunst ureigene Form: das an der Wand angebrachte Bildobjekt. Dass nicht die Darstellung von etwas im Vordergrund steht, sondern sich das Bild auch immer als materielles wie kontextgebundenes Ding selbst zeigt, kann als Ankerpunkt für viele der vertretenen konzeptuellen Herangehensweisen gelten.

Die Präsentationsform der Ausstellung, die im zweiten Teil nun die Samm­lungs­schwerpunkte Malerei, Zeichnung und Fotografie zeigt, verdeutlicht einerseits den konzeptuellen Ansatz der Sammlung, andererseits entstehen viele neue Bezüge zwischen den Werken. Aus diesem Grund dürften auch einige der Künstler­positio­nen den Besucher_innen durchaus bekannt vorkommen. Ganz bewusst sind ein Großteil der Künstler_innen in beiden Ausstellungsteilen vertreten, womit sich die Gelegenheit zum Wiedererkennen von Vertrautem wie zum Entdecken überra­schend vielfältiger Ausdrucksformen bietet.

Die Inszenierung der Sammlung Haubrok im Neuen Museum steht auch im zweiten Teil beispielhaft für die Möglichkeiten experimentellen Ausstellens: Waren in Teil 1 alle Exponate gleichmäßig und damit gleichwertig im Raum verteilt, so wartet Teil 2 mit Präsentationsformen auf, die von den künstlerischen Positionen ebenso inspiriert sind wie von der Geschichte des Sammelns und Ausstellens selbst.

Die 1990er Jahre werden in der bildenden Kunst mit konzeptueller Schärfe und formalästhetischer Reduktion verbunden. Aber auch mit Freiheit der Formate und Erweiterung des kuratorischen Handelns. In dieser Zeit begann das umtriebige Ehepaar Barbara und Axel Haubrok eine beachtliche Sammlung aufzubauen, deren Fokus auf internationalen Tendenzen der Konzeptkunst liegt. Die Sammler interessieren sich insbesondere für Skulpturen und Objekte in musealer Größe, aber auch für stringente Positionen der Fotografie und des Films genauso wie der abstrakten Malerei. Minimalistisch, oftmals schwarz-weiß oder monochrom, aber auch charmant und heiter sind die Werke ihrer mittlerweile über 1000 Arbeiten umfassenden Sammlung. Am charakteristischsten sind dabei jene, hinter denen sich bei formal strenger Sachlichkeit reichlich Humor verbirgt.

Auch beim zweiten Ausstellungsteil wird es als besonderes Highlight wieder einen Rundgang mit dem Sammler geben. Am Samstag, den 18. Januar 2020 um 15 Uhr begleitet Axel Haubrok Interessierte persönlich durch die Ausstellung. Die Kosten betragen 3 Euro zusätzlich zum Eintrittspreis.

Beteiligte Künstler_innen

Richard Artschwager, Martin Boyce, Tom Burr, Henry Codax, Martin Creed, Jeroen de Rijke, Willem de Rooij, Jimmie Durham, Cerith Wyn Evans, Günther Förg, Mario García Torres, Rodney Graham, Wade Guyton, Lone Haugaard Madsen, Georg Herold, Callum Innes, Emily Jacir, Imi Knoebel, Dennis Loesch, Scott Lyall, Park McArthur, Rodney McMillian, Ari Benjamin Meyers, Jonathan Monk, Simon Mullan, Philippe Parreno, Joyce Pensato, Peter Piller, Vaclav Pozarek, Stephen Prina, Florian Pumhösl, Daragh Reeves, Michael Riedel, Karin Sander, Gabriele Schmidt Heins, Andreas Slominski, Wolfgang Tillmans, Kelley Walker, James Welling, Ian Wilson, Christopher Wool, Haegue Yang, Heimo Zobernig.