WEtransFORM
Kunst und Design zu den Grenzen des Wachstums

Dunne & Raby / Michael Anastassiades, Designs for Fragile Personalities in Anxious Times, 2004/05, The Huggable Atomic Mushroom - Foto: Francis Ware
beendet am
19
06
2016

Ausstellung

WEtransFORM

Kunst und Design zu den Grenzen des Wachstums

Unter dem Titel Die Grenzen des Wachstums schaffte es 1972 ein Buch, herausgegeben vom Club of Rome, den Fortschrittsglauben der westlichen Wohlstands-gesellschaften zu erschüttern. Die darin dargelegten Sorgen um das Überleben der Menschheit auf dem Planeten Erde sind mittlerweile in der gesellschaftlichen Mitte angekommen.

Damals wie heute stehen Fragen um die Endlichkeit der Ressourcen, wie auch die Dringlichkeit einer nachhaltigeren Lebensweise im Zentrum der Debatten. Medien, Kunst und Design haben die Folgen globaler Naturnutzung zu einem wichtigen Gegenstand ihrer Auseinandersetzung gemacht.

WEtransFORM versammelt über 30 international renommierte Positionen aus Kunst und Design zu anhaltend alarmierenden Themen wie die rasante Verknappung von natürlichen Wasservorräten, fossilen Rohstoffen (vor allem Erdöl), Nahrung und Boden oder der Ausbeutung seltener Erden durch die globale Computerindustrie. Die Ausstellung verbindet Äußerungen zu unserem markanten ökologischen Fußabdruck mit Arbeiten zu wachsenden Plastikinseln in den Ozeanen und Müllbergen an Land. Aufgezeigt wird auch, wie auf selbstgeschaffene Probleme mit innovativen Verbesserungsvorschlägen und Lösungsmodellen reagiert wird.

So bietet WEtransFORM neben dystopischen Szenarien Einblick in die Suche nach Alternativen und inszeniert neue Zwiegespräche zwischen Mensch und Natur: Gegenmodelle zur konventionellen Energiegewinnung, Beispiele fairer Produktion, Aktionen zur konsequenten Konsumreduktion bei gleichzeitigem Abgesang auf Statussymbole, individuell formulierte Gebote zu umweltverträglicheren Lebensweisen sowie Modelle hinsichtlich einer besseren Verteilungsgerechtigkeit. Dazu gehören z. B. Arbeiten zum 2000-Watt-Vertrag, DIY-Strategien und Projekte, die sich unter Begriffen wie "Urban Farming" und "Urban Mining" mit Konzepten für eine selbsterhaltende Kreislaufwirtschaft befassen.

Um die starke Auseinandersetzung mit der Endlichkeit unseres Planeten seit mehr als 40 Jahren nachzuzeichnen, treten zeitgenössische Werke in Dialog mit historischen Wegbereitern. Die Ausstellung leistet damit nicht nur einen längst fälligen Beitrag zur Visualisierung und Materialisierung theoretischer Debatten, sondern will Impulse zum Umdenken und Handeln liefern.

Gezeigt werden Beiträge von Michael Anastassiades, Stephan Augustin, Martin Beck, Michael Beutler, Böhler & Orendt, Miro Craemer, Des-In, Mark Dion, DLR – Deutsches Zentrum für Luft und Raumfahrt / Earth Observation Center (EOC), Dunne & Raby, Charles und Ray Eames, ESA – European Space Agency, Studio Formafantasma, INAPRO Projekt (IGB, PAL Anlagenbau, Wenke Förster u.a.), Andrés Jaque / Office for Political Innovation, Richard Buckminster Fuller, Tue Greenfort, Joan Grossman, IDRV – Institute of Design Research Vienna, Little Sun, LIVIN farms (Katharina Unger, Julia Kaisinger), Tea Mäkipää, mischer'traxler, Hans Nevídal / Andreas Pawlik, Alejandro Mosquera Ochoa, Victor Papanek, raumlaborberlin, Gerd Rohling, Harriet Russell, Johanna Schmeer, Superflex, Stiletto, Oliviero Toscani / Steve McCurry, Suzanne Treister u. a.

Kuratoren:

Dr. Eva Kraus, Direktorin Neues Museum

Dr. Martina Fineder, Design- und Kulturwissenschaftlerin, Wien

Kooperation

In Zusammenarbeit mit raumlaborberlin

Medienpartner
www.bayern2.de

Medienpartner
Curt Magazin