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Presseinformation Ausstellungen 2010

 

Daniel Buren

MODULATION. Arbeiten in situ

bis 14. Februar 2010

 

Mit spielerischem Spürsinn entwickelt der international agierende, französische Künstler Daniel Buren seit gut 40 Jahren Werke, die unmittelbar auf den sie umgebenden Raum Bezug nehmen. So entstanden in Dialog mit der jeweiligen Umgebung überwältigende Installationen in Institutionen wie dem Guggenheim Museum in New York oder aktuell dem Picasso Museum in Paris, die eine neue Sicht auf die Orte erlauben. Auch der Außenraum wurde vielfach Ort künstlerischer Eingriffe. Das allgegenwärtige Erkennungszeichen des Künstlers sind die für ihn typischen 8,7 cm breiten Streifen, die sich überall anheften und so Realitäten von Architektur und Präsentation sichtbar machen.

 

In Nürnberg trifft Daniel Buren auf die prägnante Architektur von Volker Staab, die in ihrer Zusammenführung verschiedener Bautraditionen einen Meilenstein in der Geschichte des Museumsbaus darstellt. In seiner speziell für das Neue Museum entwickelten Ausstellung Modulation. Arbeiten in situ greift Daniel Buren markante Teile der Museumsarchitektur auf. Speziell für die Fassade, für das Foyer und Treppenhaus sowie für den Ausstellungssaal hat Buren eigene Werke entworfen, die einzigartige Situationen schaffen. Der langgezogenen Glasfassade gibt er durch eine übergreifende Struktur aus transparenter farbiger Folie einen neuen Charakter und verändert die Lichtsituation im Inneren. Im Ausstellungssaal schafft er mit 25 an der Decke befestigten und von innen beleuchteten, farbigen Kuben eine hängende Raumkonstruktion. Weitere Installationen im Bereich des Foyers heben auf die für ihn typische Weise Besonderheiten der Architektur von Volker Staab hervor, etwa das Treppenhaus oder die drei Lichtschächte ins Untere Foyer.

 

Ein Katalog mit zahlreichen farbigen Abbildungen ist während der Ausstellung zum Sonderpreis von 5,- Euro erhältlich.

 

 

Claus Bury

Maßstabssprünge

9. März bis 13. Juni 2010

 

Eröffnung: 7. März 2010, 12 Uhr

 

Eine Kooperation des Neuen Museums in Nürnberg und der

Neuen Sammlung – The International Design Museum Munich.

 

Der Frankfurter Künstler Claus Bury (*1946) hat seine Ausstellung im Neuen Museum in Nürnberg mit „Maßstabssprünge“ betitelt. Mit diesem Begriff spielt er auf verschiedene Wechsel von räumlichen Beziehungen innerhalb seines künstlerischen Oeuvres an, so vom Innenraum zum Außenraum, von der Fläche zum Körper oder schließlich vom kleinen Objekt zur Großskulptur.

 

Claus Bury, der durch seine monumentalen Skulpturen in Landschaften und städtischen Räumen bekannt geworden ist, wird im Neuen Museum in Nürnberg zum ersten Mal in allen Facetten seines künstlerischen Schaffens vorgestellt. Bury, der eine Ausbildung als Goldschmied absolvierte, hat anfänglich Schmuckstücke geschaffen, die sich durch ihre ungewohnten Materialien wie farbiges Acrylglas und farbige Metall-Legierungen auszeichnen.

 

Bereits in diesen frühen Arbeiten wie dann auch in seinen Metallreliefs wird sein Interesse für strukturelle Systeme evident. Seit Ende der 70er Jahre entwickelt der Künstler sogenannte architektonischen Skulpturen, die er immer auf die besondere Situation der Umgebung bezieht und die auch häufig begehbar sind. Diese Skulpturen fügen sich wie selbstverständlich in ihre Umgebung ein, um sie gleichzeitig zu charakterisieren und zu markieren. Ein berühmtes Beispiel ist Claus Burys Bitterfelder Bogen, der mit seinen eindrucksvollen Ausmaßen zu einem Wahrzeichen der Region geworden ist.

 

Die Ausstellung präsentiert erstmalig in großem Umfang Schmuckstücke und Schmuckentwürfe des Künstlers sowie Fotografien, Architekturmodelle und Skulpturen. Für den Vorplatz des Neuen Museums hat Claus Bury eine kapitale begehbare Außenarbeit mit dem Titel Raststätte Nürnberg entworfen.

 

 

/prospekt/

Gerhard Mayer

LHC

26. März bis 11. Juli 2010

 

Eröffnung: 25. März 2010, 19 Uhr

Arbeitsbeginn seit 25. Januar 2010

 

Gerhard Mayer (1962 geb.) deutet in seinen Tuschezeichnungen, die auf einem strengen Regelwerk basieren, schon durch wenige gebogene Linien Raum an. Es ist nur konsequent, dass er seit einigen Jahren in den tatsächlichen Raum ausgreift. „Site Specific Wall Drawings“ hat er bereits in Galerien, Ausstellungsräumen und öffentlichen Gebäuden in Nürnberg, München, Düsseldorf, Berlin, Wien, Brüssel, New York und San Francisco und an anderen Orten verwirklicht. Zuletzt gestaltete er den Deckenspiegel der barocken Kirche im oberfränkischen Seibelsdorf.

 

Das Neue Museum hat für seine Ausstellungsreihe /prospekt/ den Künstler eingeladen, die sechs Fassadenräume zu gestalten. Seit 25. Januar 2010 können die Besucher des Neuen Museums verfolgen, wie die Zeichnung von Raum zu Raum wächst, und Gerhard Mayer bei seiner Arbeit mit dem Pinsel und einer großen Ellipsenschablone beobachten. Eine Linienstärke von 1 cm stellt sicher, dass die riesige Zeichnung auch vom Klarissenplatz gut zu sehen sein wird und ihre Wirkung entfaltet.

 

Tausende von Ellipsenteilstücke ballen sich und verstreuen sich, sie bilden Wolken, Wirbel, Strudel und schwarze Löcher. Gerhard Mayer schafft eindrucksvolle visuelle Metaphern für jene ungeheuerlichen Strukturen und Prozesse im Makro- wie Mikrokosmos, im Weltraum wie im atomaren Bereich, die unser Vorstellungsvermögen sprengen. Auch seine Arbeit für das Neue Museum trägt deshalb einen Titel aus der Welt der naturwissenschaftlichen Forschung: Der Large Hadron Collider (LHC) ist der weltweit größte Teilchenbeschleuniger. In der gigantischen unterirdischen Anlage bei Genf werden Protonenstrahlen zur Kollision gebracht. Für den Januar 2010 rechnen Experten mit den ersten wissenschaftlichen Ergebnissen der Experimente, die dem Nachweis des Higgs-Teilchens dienen, das allen Elementarteilchen ihre Masse verleihen soll.

 

 

Joachim Bandau

Grusinische Tänzer

25. Juni bis 1. August 2010

 

Eröffnung: 24. Juni 2010, 19 Uhr

 

Der Bildhauer Joachim Bandau (geb. 1936) ist dem Nürnberger Publikum durch sein am Hallplatz stehende Mahnmal Flucht-Vertreibung (1999) aus massivem Kupfer bekannt. Nur wenigen Kunstinteressierten hingegen dürfte noch in Erinnerung sein, dass Curt Heigl in der Kunsthalle im Jahr 1972 die sog Grusinischen Tänzer (1971) des Künstlers präsentierte. Seitdem sind sie nie mehr als Werkgruppe gezeigt worden.

Diese kinetischen Skulpturen aus weißem, tiefgezogenem Kunststoff (Terluran) sind aus acht verschiedenen Elementen eines raffinierten Modulsystems zusammengesetzt. Langsam bewegen sie sich durch den Raum, stoßen gegeneinander, kehren um, bleiben unvermittelt stehen, fahren weiter: ein Roboter-Ballett, das gleichzeitig fasziniert und beklommen macht.

 

Die Grusinischen Tänzer sind nun Ausgangspunkt und Teil der geplanten Ausstellung, die den anthropomorphen Skulpturen des documenta-Künstlers Bandaus aus den späten sechziger und frühen siebziger Jahren gewidmet ist. In ihrer an zeitgenössisches Design und Science-Fiction-Phantasien angelehnten Formensprache erscheinen diese Plastiken heute wieder ganz aktuell. Sie können als „Personifizierungen unserer subjektiven und kollektiven Probleme“ verstanden werden, sind dabei aber von bestechender Schönheit. Nicht weniger als die Zukunft des Menschen in einer zunehmend technisierten Welt ist ihr unvermindert aktuelles Thema.

 

 

Ulrich Rückriem

Granit Bleu de Vire, zugeschnitten, 2000

10. August bis 12. September 2010

 

„Der Stein ist für mich die erste Natur.“ Mit seinen unverwechselbaren Steinskulpturen gehört der Bildhauer Ulrich Rückriem zu den bedeutendsten deutschen Künstlern der Gegenwart. Der 1938 in Düsseldorf geborene Künstler arbeitete nach einer Steinmetzlehre zunächst mit Stahl und Holz, bevor er den Stein als sein bevorzugtes Material entdeckte. Dessen Form und Eigenschaften sind ein zentrales Thema. Der Stein wird zerteilt und wieder zusammengefügt, die Schnitte und Bohrungen bleiben dabei sichtbar. Die Grundprinzipien seiner Arbeit hat Rückriem 1973 in drei Maximen zusammengefasst: „Das Material, seine Form, seine Eigenschaften und Ausmaße beeinflussen und begrenzen meine bildnerische Tätigkeit. Arbeitsprozesse müssen ablesbar sein und dürfen nicht von folgenden verwischt werden. Die von mir am Material vorgenommenen Bearbeitungen bestimmen das Objekt selbst und dessen Beziehung zum neuen Standort.“

 

Im Jahr 2000 hat Ulrich Rückriem eigens für den Ausstellungssaal des Neuen Museum die Arbeit Granit Bleu de Vire, zugeschnitten, 2000 aus elf Steinwürfeln geschaffen. Sie ist nach ihrer Präsentation in die Sammlung eingegangen ist und soll gemäß des Konzeptes des Künstlers alle fünf Jahre in einer neuen Variante präsentiert werden. Die Steinblöcke aus dem normannischen „Bleu de Vire“ sind auf einem Feld von elf mal elf Bodenplatten in der Mitte des Raumes platziert. Dabei steht auf jeweils einer Plattenreihe immer nur ein Stein. Die Arbeit ist Teil einer Werkgruppe, in der der Künstler seine Skulpturen zwar nach einer festen Regel, doch variabel auf einem Raster verteilt. Ab dem 30. Juli 2010 zeigt das Neue Museum Rückriems Granitwürfel nun zum dritten Mal in einer neuen Variante.

 

Zusätzlich zur Neupräsentation dieser Skulpturengruppe werden weitere Arbeiten von Ulrich Rückriem zu sehen sein.

 

Zu dem Werk ist die Publikation Ulrich Rückriem. Eine Installation zum Preis von 8,50 Euro erschienen.

 

 

Jeppe Hein

8. Oktober 2010 bis Februar 2011

 

Eröffnung: 7. Oktober 2010, 19 Uhr

 

Der international renommierte dänische Künstler Jeppe Hein entwickelt an Minimal Art erinnernde Skulpturen und Installationen, mit denen er sich auf die räumlichen und situativen Strukturen von Ausstellungsorten bezieht. Das Verhältnis des Individuums zu seiner Umwelt und die psychologische Reaktion auf räumliche Veränderungen stehen im Zentrum seiner Arbeiten. Mit Konstruktionen, die den Bereich der Kunst hin zur Architektur erweitern, thematisiert er die Grenzen zwischen räumlichen und gesellschaftlichen Verhältnissen wie Innen und Außen oder Privat und Öffentlich.

Jeppe Hein entwickelt umfassende Installationen, in denen Funktionalismus und Design unmittelbar mit der räumlichen Erfahrung des Betrachters zusammenfließen. Häufig wird der Besucher durch Interaktivität in die Arbeiten mit einbezogen. Jeppe Hein sieht seine „Kunst als ein Werkzeug für Kommunikation und Dialog“.

 

Der 1974 in Kopenhagen geborene Künstler studierte an der Royal Danish Academy of Arts in Kopenhagen und am Städel, Hochschule für Bildende Künste in Frankfurt am Main und kann bereits auf viele Einzelausstellungen blicken, u.a. im Aros Kunstmuseum in Arhus, in der Contemporary Art Gallery in Vancouver, im Sculpture Center in New York, in der Galerie für Zeitgenössische Kunst in Leipzig oder im Barbican Art Centre in London. Ebenso realisierte er einzelne Kunstprojekte, etwa zur Biennale in Venedig, zur Art Basel oder für die Thyssen-Bornemisza Art Contemporary Collection im Mori Art Museum in Tokyo.

 

Das Neue Museum plant im Jubiläumsjahr des 10jährigen Bestehens mit dem Künstler eine seit Jahren in Deutschland ausstehende Museumsausstellung, in der die aktuellen Rauminstallationen, Lichtskulpturen und kinetischen Objekte in einer eigens vom Künstler konzipierten Ausstellung erstmals umfangreich vorgestellt werden.

 

 

 

 

Ausstellungen/Präsentationen im Unteren Foyer 2010

 

Nachbarschaft

19. Februar bis 5. April 2010

 

Eröffnung: 18. Februar 2010, 19 Uhr

 

Eine Kooperation des Neuen Museums in Nürnberg und der

Neuen Sammlung – The International Design Museum Munich

 

Jeder ist Nachbar. Nachbarschaft ist so selbstverständlich und allgegenwärtig, dass wir normalerweise nicht darüber nachdenken. Um sich ein unvoreingenommenes Bild davon zu machen, was Nachbarschaft heute bedeutet, wurde der erfahrene Fotojournalist Andreas Herzau eingeladen, für einige Monate als Nachbar in einer Reihenhaus-Siedlung zu leben. Das Ergebnis ist ein fotografisches Kaleidoskop deutscher Alltagsmomente – ein Schlaglicht auf deutsche Normalität: Man lernt sich kennen, hilft sich, plaudert miteinander, teilt die gleichen Interessen wie Garten, Auto, Haus oder Fußball, man grillt, trinkt und spielt zusammen oder lotet die gemeinsamen und individuellen Grenzen aus.

 

Die Themen, die hier sichtbar werden, sind allgemeingültig – aber das jeweilige Gesamtbild von Nachbarschaft ist so individuell wie die Menschen, die sie erzeugen.

 

Mit freundlicher Unterstützung von Deutsche Reihenhaus.

Unteres Foyer, Eintritt frei.

 

 

Bayerischer Staatspreis für Nachwuchsdesigner 2010

5. November bis 5. Dezember 2010

 

Eröffnung: 4. November 2010, 19 Uhr

 

Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie vergibt seit 1987 den Bayerischen Staatspreis für Nachwuchsdesigner.

 

Mit ihm wird die Bedeutung von gutem Design und guter Handwerksform sowie einer qualifizierten Ausbildung für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen, insbesondere der mittelständischen Wirtschaft unterstrichen. Der Preis macht die Wirtschaft auf besonders begabte Nachwuchskräfte aufmerksam und erleichtert den Start ins Berufsleben.

 

Nachwuchstalente mit einer abgeschlossenen Ausbildung im Bereich Industrie- oder Kommunikationsdesign sowie Nachwuchskräfte in gestaltenden Handwerksberufen sind aufgerufen, sich an diesem Wettbewerb zu beteiligen.

 

Eine Jury wählt nicht nur den Preisträger, sondern auch Arbeiten, die in einer Ausstellung und einem Katalog gezeigt werden aus.

 

Das Neue Museum ist 2010 zum dritten Mal Gastgeber für die Ausstellung, in der ausgewählte Beiträge gezeigt werden. Auch die Preisverleihung findet im Rahmen der Ausstellung im Neuen Museum statt.

 

Unteres Foyer, Eintritt frei.