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Presseinformation Ausstellungen 2011

 

In Mode

F.C. Gundlach, das fotografische Werk

 

4. März bis 26. Juni 2011

Eröffnung: 3. März 2011, 19 Uhr

Pressegespräch: 3. März 2011, 11 Uhr

 

F.C. (Franz Christian) Gundlach, 1926 in Heinebach (Hessen) geboren, gilt als einer der bedeutendsten deutschen Modefotografen der Nachkriegszeit. Rund vier Jahrzehnte lang hat er in seinen Bildern die internationale Mode in Szene gesetzt und damit selbst ein Stück Modegeschichte geschrieben – eine Geschichte der Kleidermode, aber auch der Posen und Gesten, Requisiten und Locations, der Schönheitsideale in ihrem Wandel. Seine Arbeiten reflektieren den Geist ihrer Zeit vom Optimismus der Nachkriegsjahre, über die Ästhetik der Op-Art und Pop-Art bis zur anbrechenden Postmoderne. Sie berühren ästhetische, aber auch soziale und kulturelle Fragen sowie Aspekte der medialen Vermittlung von Mode und Schönheitsidealen.

 

Gundlachs Werk zeichnet sich aus durch Perfektion im Handwerk, technische Finesse und Inszenierungskunst sowie ein Gefühl für die bildhafte Kommunikation von Mode. Die Reduzierung auf das Notwendige sowie die Orientierung an klaren, übersichtlichen Strukturen, prägen seinen einzigartigen Stil, in dem sich sinnliche und formale Faktoren die Waage halten. So mischen sich in seinen Fotografien emotionale und rationale Elemente zu einer unverwechselbaren, ideenreichen Bildsprache.

 

Mit Beginn der achtziger Jahre konzentrierte sich seine Aufmerksamkeit zunehmend auf das Sammeln fotografischer Werke und die Konzeption international beachteter Fotoausstellungen. Seine Sammlung fotografischer Arbeiten unter dem Titel „Das Bild des Menschen in der Fotografie“ zählt zu den bedeutendsten privaten Fotografie-Sammlungen.

 

Die Ausstellung In Mode. F.C. Gundlach, das fotografische Werk zeigt eine Vielzahl seiner bekannten Modebilder und Porträts – längst Ikonen der neueren Fotografiegeschichte, die ihren Entstehungskontext hinter sich gelassen und den Weg in Museen und Sammlungen gefunden haben. Daneben tritt selten gezeigtes Material in Vintage-Qualität.

 

Eine Ausstellung der Stiftung F.C. Gundlach im Auftrag des Hauses der Photographie in den Deichtorhallen Hamburg 2008, kuratiert von Klaus Honnef, Michael Koetzle, Sebastian Lux und Ulrich Rüter.

 

Ein Katalog ist zum Preis von 49,80 Euro im Steidl Verlag erschienen.

 

 

Begleitprogramm (Auswahl)

 

Op und Pop – Inspiration für Mode und Modefotografie

Kuratorenvortrag von Sebastian Lux

Donnerstag, 24. März 2011, 19 Uhr

 

Berlin als Modestadt

F.C. Gundlach über sein Werk

Donnerstag, 7. April 2011, 19 Uhr

 

Film: F.C. Gundlach – Fotograf

Einstündiger, speziell für die Ausstellung produzierter Film von Reiner Holzemer in Zusammenarbeit mit dem Kurator Michael Koetzle

Dienstag, 3. Mai 2011, 19 Uhr

 

Die Bilderwelt des F.C. Gundlach

Kuratorenvortrag von Prof. Klaus Honnef

Donnerstag, 26. Mai 2011, 19 Uhr

 

 

 

/prospekt/

Martin Wöhrl

Maß und Werk (Arbeitstitel)

 

20. Mai bis 18. September 2011

Eröffnung: 19. Mai 2011, 19 Uhr

Pressegespräch: 19. Mai 2011, 11 Uhr

 

Das neue Ausstellungsformat /prospekt/ startete im Jahr 2009 mit einer spektakulären Ausstellung von Katharina Grosse, die den Museumsplatz durch eine große Skulptur in ihre Installation einbezog. Die sechs zum Klarissenplatz hin liegenden Fassadenräume sind hier der ungewöhnliche, über zwei Etagen verteilte neue Ort dieser Ausstellungsreihe. Die wie Schaufenster einsehbaren Räume an der Glasfassade öffnen sich zum Platz hin und verlaufen entlang der Gebäudefront, die der Architekt Volker Staab als Schnitt in den Block bezeichnet hatte. Bei dieser besonderen Raumsituation verschränken sich Blicke nach außen mit denen nach innen sowie Architektur und Kunst.

 

Nach Katharina Grosse (Malerei) und Gerhard Mayer (Zeichnung) tritt nun der international agierende Künstler Martin Wöhrl mit einem ungewöhnlichen bildhauerischen Werk in Erscheinung. Ausgangspunkt der Arbeiten des deutschen Künstlers sind handwerkliche Materialien wie Beton, Kacheln, Spanplatten oder Türblätter, die oft schon gebraucht sind und von ihm wiederverwendet werden. Seine Motive sind breit gefächert und umfassen alle möglichen Gebrauchsgegenstände wie Tische oder Lampen, Fußböden oder Spielfeldmarkierungen. Wöhrl greift spartenübergreifend Formulierungen aus dem Design auf - beispielsweise Schriftzüge, Signets, Ornamente oder Firmenlogos. Mit den Arbeiten Leo oder Der Helle Bock entsteht 2008 beispielsweise eine Serie heraldischer Tierfiguren, die von Bierbrauereien als Signet eingesetzt werden. Auch Architekturelemente wie Maßwerk, Fenstergestaltungen oder Wandvertäfelungen gehören zum Themenrepertoire des Künstlers.

1974 in München geboren, studierte Wöhrl bis 2002 an der Akademie der bildenden Künste in München sowie an den Kunsthochschulen in Edinburgh und Glasgow. Seit 1999 ist er national und international in Gruppen- wie Einzelausstellungen vertreten.

 

Anlässlich seiner Ausstellung in der Reihe /prospekt/ wird Martin Wöhrl für das Neue Museum in Nürnberg neue Arbeiten konzipieren. Sein Entwurf sieht vor, über beide Stockwerke hinweg ein „Fenster hinter dem Fenster“ anzulegen und mit seiner Arbeit an dieser neuralgischen Stelle die Bereiche Kunsthandwerk, Architektur und bildende Kunst in einen Dialog zu bringen.

 

 

 

Alessandro Mendini

Wunderkammer

 

22. Juli bis 23. Oktober 2011

Eröffnung: 21. Juli 2011, 19.00 Uhr

Pressegespräch: 21. Juli 2011, 11 Uhr

 

Eine Kooperation des Neuen Museums in Nürnberg und der Neuen Sammlung – The International Design Museum Munich.

 

Die große Werkschau präsentiert alte und neue Arbeiten von Alessandro Mendini und geht den künstlerischen Wurzeln und methodischen Ansätzen im mendinischen Designkosmos nach. Dabei zeigt sich der unkonventionelle Architekt und Designer als Gestalter von großer Konsequenz.

 

Mendini (geb. 1931) war und ist unter den arrivierten italienischen Designern der Provokateur des industriellen Gestaltens. Immerfort hinterfragt er die Positionen des Tradierten, er ist ein Brandstifter gegen die Macht der Gewohnheit. Er ist der Begründer und unumstrittene Meister des parodistischen Re-Designs und des Stil-Cocktails. Biedere Allerweltsmöbel erleben unter der Attacke seiner Phantasie bizarre Metamorphosen und verwandeln sich in buntschillernde Objekte, die traditionelle Gestaltungswelten in Frage stellen.

 

Als einflussreicher Chefredakteur von Zeitschriften wie Domus, Modo und Casabella hat der gebürtige Mailänder nach seinem Architekturstudium viele Jahre als Theoretiker des italienischen Avantgardedesigns und Impulsgeber für neue Tendenzen diese Vorstellungen auch theoretisch untermauert. Seit über vierzig Jahren ist Mendini auf der Suche nach den, wie er es in seiner poetischen Ausdrucksweise sagt, „Bildern in mir“. Die Kontinuität seiner utopischen Visionen und sein unerschöpfliches ästhetisches Vokabular machen seine alten und neuen Arbeiten zu einem innovativen und grenzüberschreitenden Beitrag in der Welt des Designs.

 

Im zentralen Ausstellungssaal des Neuen Museums als architektonischer Bühne inszeniert Mendini, inspiriert von dessen kubischer Strenge und Geschlossenheit, eine aus mehreren Inseln bestehende Ausstellungslandschaft. Diese wie Inseln angelegten Standflächen und Podeste der Exponate zitieren großformatig Gestaltungselemente aus Mendinis Entwurfsalphabet, den sogenannten Stilemi. Über achtzig Exponate lassen den Besucher in eine facettenreiche Szenerie, in sein arrangiertes mikrokosmisches Weltbild eintauchen, das neben Universalität und Poesie durch farbige Opulenz und Exotik der Objekte erstaunt und überrascht. Mendini schafft eine Design-Wunderkammer, gefüllt mit Sinn und Sinnlichkeit.

 

Die Ausstellung ist eine Hommage an diesen bedeutenden Designer, der Trends setzte und auch als Mitbegründer der Gruppe Alchimia internationale Berühmtheit erlangte, anlässlich seines 80. Geburtstags am 16. August 2011.

 

 

 

Gespenster, Magie und Zauber

Konstruktionen des Irrationalen von Füssli bis heute

 

18. November 2011 bis 26. Februar 2012

Eröffnung: 17. November 2011, 19 Uhr

Pressegespräch: 17. November 2011, 11 Uhr

 

Immer wieder tauchen sie auf, die Motive des Irrationalen und die Szenerien des Unheimlichen, auch in der zeitgenössischen und jüngsten Kunst. Telepathische Sitzungen bei Sigmar Polke, Große Geister bei Thomas Schütte oder Wahrsagerei bei Christian Jankoswki. Künstler beschäftigen sich mit Materialisationsphänomenen, Levitationen oder mediumistischer Telekinese. Traumgesichte und Visionen werden wie bei Katharina Fritsch zum Gegenstand der Skulptur. In welche Traditionen sich die Kunst heute mit solchen Themen stellt ist eine grundlegende Frage. Die Ausstellung Gespenster, Magie und Zauber in der Kunst, die vom Neuen Museum in Nürnberg erarbeitet wird, untersucht in diesem Herbst Ideenzusammenhänge, die sich an diese Motive des Irrationalen knüpfen.

 

Bei einem Rückblick darf der Künstler Johann Heinrich Füssli nicht fehlen, der in seinem Werk immer wieder die Welt der Träume und Visionen, oft des Grauens thematisiert, und er wird dabei von englischen Gespenstergeschichten inspiriert. Vorlagen für die Welt der Geister in der Kunst sind in der Literatur etwa bei den Dramen von William Shakespeare oder bei dem Dichter John Milton zu finden. Deren Ursprung reicht jedoch bis in die Schöpfungsgeschichte zurück; die Geburt der Geister findet im Pandämonium, der Vorhölle, statt. Aber auch die Geisterwesen des Volksglaubens, Feen, Kobolde und Dämonen, sind wichtige Ausgangspunkte.

 

Im Surrealismus, besonders im Umkreis des spanischen Dadaismus mit der Gruppierung Dau al Set, fließen Konzepte des Magischen in die Kunst ein. Von Max Ernst, Paul Klee und Joan Miró inspiriert, gehörten Künstler wie Joan Brossa oder Antoni Tàpies zu der Bewegung. Auch ein Künstler wie Joseph Beuys hebt in seinem Werk übersinnliche Kräfte hervor, über die Menschen verfügen mögen.

 

Anhand einer konzentrierten Werkauswahl wird die Ausstellung verschiedene Konzepte verfolgen, auf deren Grundlage die Motive des Irrationalen in die Kunst eingeflossen sind. Ein Beispiel ist die Tradition von Goethes Hexeneinmaleins. Mit einer gezielt künstlerischen Methode konstruiert Goethe etwas, was lediglich irrational erscheint. Im Unterschied zu solchen Konstruktionen sind bei der sogenannten „Kunst der Geisteskranken“, die mit der Prinzhorn-Sammlung zugänglich geworden ist, tatsächlich magische Kräfte gemeint. Wie sich die Kunst zwischen diesen Polen bewegt und sich ein jeweils eigener Standpunkt des einzelnen Kunstwerks erschließt, wird in der Ausstellung mit Werkbeispielen von gut 25 Künstlern zur Diskussion gestellt.